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Djihadista. Lost in Paradise

URAUFFÜHRUNG MÄRZ 2018 / HEIMATHAFEN NEUKÖLLN

Regie: Nicole Oder 

Bühne: Franziska Bornkamm

Kostüme: Franziska Bornkamm und Antonia Piesk

Musik. Özgür Ersoy

Dramaturgie: Vera Schindler

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Nicole Oder und ihr Team nähern sich der Frage an, warum sich junge Frauen in Europa dazu entschließen, für den sogenannten „Islamischen Staat“ zu kämpfen, ihr Leben hinter sich zu lassen, den Kontakt zu Familie und Freunde abzubrechen - um in den Krieg zu ziehen. Die Schauspieler Tanya Erartsin, Inka Löwendorf und Tamer Arslan beginnen den Abend ganz persönlich, erzählen von ihrer Erfahrung mit Religion und Glaube, sei es als evangelische Schülerin in einem Jesuiten-Kolleg, oder mit dem Onkel beim Moschee-Besuch als nicht wegzudenkender Teil der Kindheit. 

 

Und was wäre, wenn einer von uns, einer, den wir als Freund, Kollege oder Mitschüler kennen, mit einem Mal Gefallen an der völligen Selbstaufgabe für eine religiöse Gemeinschaft fände? Fast schleichend wird aus der Schauspielerin ein Mädchen, dass sich immer mehr zurückzieht, sich verschleiert, bis sie sich schließlich ganz und gar gegenüber den anderen verschließt.

 

„Alles ging so schnell. Das Ticket nach Istanbul, die Taxifahrt zur Grenze. Nur ein paar Tage nachdem ich von zu Hause weggelaufen war, landete ich im sogenannten „Islamischen Staat“. Morgens überquerte ich die Grenze - und am Nachmittag schaltete ich mein Handy aus und war nicht mehr zu orten.“ (Aus einem Chat-Protokoll)

 

Über 90 Personen aus Berlin sollen laut Verfassungsschutz in den vergangenen Jahren als Heilige Krieger nach Syrien oder in den Irak gereist sein. Davon waren 13 weiblich. Ausgehend von wahren Geschichten, von Chat-Protokollen, E-mails aus Syrien und Facebookeinträgen zeichnet DJIHADISTA. lost in paradise die Wege der Gotteskriergerinnen nach und verdichtet ihre Schicksale in einem Theaterabend.  

PRESSESTIMMEN

 

Was treibt junge Frauen dazu, sich dem "Islamischen Staat" anzuschließen? Das dokufiktionale Stück „Dschihadista“ im Heimathafen Neukölln verhandelt diese Frage einfühlsam und bildstark. (…) Das hat nichts Reißerisches, nichts von den grellen „Dschihad im Kinderzimmer“- oder „Meine Tochter wurde als Sex-Sklavin an den IS verkauft“-Schlagzeilen. Vielmehr ist ein dokufiktionales Stück entstanden, das sich um eine perspektivreiche Beleuchtung bemüht. (…) im großen Saal des Heimathafens inszeniert Oder ein bildstarkes, toll beleuchtetes Requiem mit „Ave Maria“-Gesang. Patrick Wildermann, Tagesspiegel 

Die Theaterproduktion begibt sich auf eine dokufiktionale Spurensuche (…) Was „Djihadista“ deshalb leisten kann, ist eine Annäherung an die Erfahrungen von Menschen und die Erkenntnis, dass das, was im „Islamischen Staat“ passiert, ein Missbrauch von Religion und Menschen gleichermaßen ist.                

Martin Dassinnies, Berliner Morgenpost

Die einfühlsame Nüchternheit, mit der das Ensemble von einer Radikalisierung am Rand der Gesellschaft erzählt, beeindruckt, insbesondere inmitten einer Gegenwart, die jede Woche aufs Neue hyperventiliert. Sascha Ehlert, taz

In aufsehenerregenden und preisgekrönten Produktionen wie Arabboy und Arabqueen wurde die Situation der Migrant*innen im Kiez thematisiert und problematisiert. Zuletzt wurde in Djihadista die Radikalisierung und gezielte Verführung von Teilen migrantischer Communities kritisch und zugleich doch poetisch beleuchtet. 

Gutachten zur Neuvergabe der Konzeptförderung für die Jahre 2020 bis 2023

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