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ULTIMA RATIO. Ein Kirchenasylfall als Live Graphic Novel

URAUFFÜHRUNG: 17. April 2015 / Heimathafen Neukölln 

Regie: Nicole Oder

Idee: Lucia Jay von Seldeneck

Bühne und Dramaturgie: Julia von Schacky

Live-Zeichnung: Benthe Theuvsen

Kostüm und Bühnenbildassistenz: Anna Lechner. 
Mit: Tanya Erartsin, Britta Steffenhagen, und A. 

Die Abschiebung von Aliyah und ihrem Mann Rooble wird am 04. März 2014 angeordnet, die dagegen eingereichte Klage am 02. April 2014 abgewiesen. Der Grund: Dublin III. Der Rechtsanwalt hält alle juristischen Möglichkeiten für erschöpft, um die Abschiebung nach Italien zu verhindern. Die Flugtickets sind für den 05. Mai 2014 gebucht. Doch Aliyah ist am Ende ihrer Kräfte: Flucht aus Somalia. Durch die Sahara. Lampedusa. Obdachlos und vollkommen schutzlos war sie auf den Straßen Catanias Gewalt und Misshandlung ausgesetzt. Das kann sie nicht noch einmal ertragen.

 

»Wir haben uns entschieden und nehmen am Donnerstag auf« (Rundmail der Kirchengemeinde St. Christophorus am 30. April 2014)

PRESSESTIMMEN

"Ultima Ratio" handelt von einem realen Fall, in dem die Abschiebung eines somalischen Ehepaars durch so beherztes wie rechtswidriges Kirchenasyl einer katholischen Gemeinde am Neuköllner Reuterplatz (vorerst) verhindert werden konnte. Doch Nicole Oders Inszenierung im Heimathafen Neukölln ist mehr als die simple Nacherzählung eines Textes, den "die Wirklichkeit geschrieben hat", wie das Programmheft vollmundig verkündet. Ihr gelingt das Kunststück, ein emotional berührendes "Schicksal" zu dramatisieren und zugleich auf die Unmöglichkeit jeder kohärenten biographischen Erzählung hinzuweisen, sei sie nun technisch-unterkühlt wie im Asylantrag, oder sentimental wie im Theater. 

nachtkritik vom 18.04.2015

 

Mit einfachsten Mitteln werde Aliyahs Geschichte anschaulich gemacht, berichtet Inga Barthels in der tageszeitung (20.4.2015): "weißes Studio, Overheadprojektor, Licht und Musik". "Ultima Ratio" sei eine Live-Graphic-Novel: "Die Zeichnerin Bente Theuvsen schafft während des Stückes immer wieder neue grafische Hintergründe für das eindrucksvolle, oft stumme Schauspiel von Tanya Erartsin. Dazu erzählt Britta Steffenhagen Aliyahs Geschichte aus dem Off." 

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